"Wir haben gute Chancen, den Zuschlag zu erhalten."

Schlüchtern bewirbt sich um den Standort der Akademie für Pflege und Gesundheit / Matthias Möller zuversichtlich


Die Stadt Schlüchtern möchte Standort der Akademie für Pflege und Gesundheit des Main-Kinzig-Kreises werden und sieht gute Chancen, den Zuschlag zu erhalten. Vorteil der Schlüchterner: „Uns steht mit dem Vogt-Gelände ein komplett erschlossenes und zentral gelegenes Areal zur Verfügung, das sofort genutzt werden kann“, sagt Bürgermeister Matthias Möller (parteilos).

Hintergrund: Der Main-Kinzig-Kreis will zusätzliche Kapazitäten für Nachwuchskräfte im Bereich Pflege- und Gesundheitsberufe schaffen. Aus- und Fortbildungsstätten werden zentralisiert. Insgesamt sollen 450 Männer und Frauen unter einem Dach zu Pflegerinnen und Pflegern ausgebildet werden. Der Main-Kinzig-Kreis möchte eine Summe im zweistelligen Millionenbereich investieren.

Ursprünglich war Wächtersbach als Standort vorgesehen, die Stadt Bad Soden-Salmünster hatte Ende des vergangenen Jahres mit einer großangelegten Werbekampagne ihren Hut in den Ring geworfen. Nun geht also auch Schlüchtern ins Rennen: „Ich ziehe den Hut vor der Kampagne von Bad Soden-Salmünsters Bürgermeister Dominik Brasch. Ich habe diese kompetente Bewerbung mit Interesse verfolgt“, sagt Schlüchterns Rathauschef Matthias Möller: „Wir setzen hier in Schlüchtern mit unserer Bewerbung einerseits einen Beschluss der Stadtverordneten um. Andererseits ist unsere Bewerbung richtig gut. Ich sehe sehr gute Chancen, dass wir den Zuschlag erhalten.“

Das vorgesehene Vogt-Gelände, Höbäckerweg 5,  befindet sich in der Schlüchterner Innenstadt und verfügt über eine Größe von 11.916 Quadratmetern. Aufgrund der Vorgeschichte besteht im Areal eine Boden- und Grundwasserbelastung. Auf dem Vogt-Gelände war bis zum Jahr 2001 ein Maschinenbau-Unternehmen ansässig. Das Regierungspräsidium Darmstadt ist zurzeit damit beschäftigt, die Bodenbelastung zu beseitigen.

In der Bewerbung dokumentiert die Stadt unter anderem die zentrale Lage des Geländes und weist auf einige Entfernungen hin:

  • Lebensmittelmarkt Norma (wird nach Brand neu errichtet): 300 Meter
  • Bahnhof: 750 Meter
  • Berufsschule (Großsporthalle) In den Sauren Wiesen: 500 Meter
  • Kindergarten In den Sauren Wiesen: 600 Meter
  • Ulrich-von-Hutten-Gymnasium: 380 Meter

 

In der Bewerbung weist die Stadt Schlüchtern auf zahlreiche Projekte, die nun realisiert werden, hin: Die Neugestaltung der Stadtmitte (Beispiele: Langer-Areal, Krämerstraße, Neubau Kreissparkasse) wie auch die Ansiedlung von Wirtschaftsbetrieben (Beispiele: Engelbert Strauss, Vomberg). Und schließlich würden neue Baugebiete in Schlüchtern und den Stadtteilen entstehen.

Die Main-Kinzig-Kliniken böten ebenfalls beste Möglichkeiten zu kooperieren wie auch die zahlreichen Schulen, die in Schlüchtern angesiedelt sind, heißt es in der Bewerbung.

Und der Bürgermeister ergänzt: „Die Verkehrsinfrastruktur mit Autobahn A66 und einer hervorragenden Bahn- und Busanbindung könnte besser nicht sein. Und eines macht Schlüchtern einzigartig: Das Angebot des E-Car-Sharings direkt ab dem Bahnhof.“

Die Schüler/innen und Lehrkräfte hätten beste Möglichkeiten, sich auf dem Akademie-Gelände, aber auch außerhalb, zu entfalten. Möller: Schlüchtern ist grün. Es sind nur kurze Wege, um im in der Natur zu lernen. Bestes Beispiel ist das in der Nähe gelegene Acis-Gelände, das tolle Möglichkeiten zum Verweilen bietet.“

Matthias Möller macht deutlich: „Wir befinden uns im Aufwind.  Mit dem Erwerb des Langer-Areals und der Schaffung einer Neuen Mitte in Eigenregie hat unsere Stadt deutlich gemacht, dass sie sich vor keinem Risiko scheut. Das Gelände ist vorhanden. Expertise, Mut und Lust, das Areal zu entwickeln ebenfalls. Die Akademie gehört nach Schlüchtern.“

Generell nehme Schlüchtern den Standort-Wettbewerb um die Akademie, um das Gelände bundesweit zu bewerben. Auch für den Fall, dass Schlüchtern nicht den Zuschlag erhalte. Möller: „Demnächst werden wir beim Bundeskongress nationaler Handelsimmobilien vertreten sein. Hier werden wir neben der Neuen Mitte auch das Vogt-Gelände in den Fokus rücken.“